Professionelles Arbeiten - was es für mich bedeutet

Professionelles Arbeiten - was es für mich bedeutet

Nach nun rund zehn Jahren Hochzeitserfahrung und fünf Jahren Hauptberuflichkeit wird es für mich Zeit, Stellung zu beziehen: Zu all den klassischen Auffassungen von Professionalität, die ich bisher so oft gehört und (ehrlich gesagt) so oft nicht verstanden habe. Ein kleiner Einblick in die Welt der Hochzeitsfotografie, die mich bisher erstaunlich lange als Fotografin gefesselt hat. Deshalb kommen hier meine fünf Missverständnisse über "professionelles Arbeiten".

 

Mein Brautpaar möchte das so

In all der Zeit habe ich eines gelernt: Es ist mir das Wichtigste, dass die Bildqualität stimmt. Denn damit möchte ich meine Kunden glücklich machen: Ihr kauft das, was ihr auf meiner Website seht. Und das zuverlässig. Egal wie groß oder klein die Hochzeit ist.
Für viele bedeutet "Professionalität" aber oft dem einen Kundenwunsch ungeprüft nachzugehen. Oft sind das Pläne, die im Kopf des Brautpaares entstehen und die nicht hinterfragt werden. Das kann die Idee vom weitentfernen Parkgelände zur Haupt-Besuchszeit sein, oder die zwei stündige Portraitsession mitten im Mittagslicht. "Mein Kunde möchte das so!" wurde für mich im Laufe der Jahre damit zur kurzsichtigsten Ausrede sich vor der eigenen Verantwortung als Fotograf zu drücken und eben nicht nachzufragen. Ich habe gelernt, lieber nochmal nachzufragen. Nach den Hintergründen zu forschen, statt blind auf den Wunsch des Brautpaares zu vertrauen. Unprofessionell? Eher überengagiert und vielleicht etwas detailverliebt.

Fotografen verpassen keinen einzigen Moment

Ein weiteres Highlight aus meiner "was ist wirklich professionell" Reihe, ist der augenscheinliche Wunsch, dass Fotografen unentwegt Bilder machen sollen. Von allem. Einsteigen ins Brautauto, aussteigen. Jeder Schritt soll dokumentiert werden. Schließlich kann man ja nur so alles wichtige festhalten, oder?! - Nein. Das ist ja total langweilig, wenn ich immer alles gleich machen würde! Braucht ihr wirklich ein unvorteilhaftes Bild von Tante Erna beim Abendessen? Ich denke ein professioneller Hochzeitsfotograf zeichnet sich vor allem dadurch aus, eine zusammenhängende Bilderauswahl und keine Bilderflut zu liefern. Die relevantesten Bilder und einige überraschende Momente, aufbereitet zu einer runden Geschichte und so festgehalten, dass sie EUER Fest zeigen und nicht die Standardbilder, das ist mir wichtig.

Dienstleister sind perfekte Maschinen

Auch das ist so ein Mythos, den ich noch nie verstehen konnte. Im Ernst: Wenn mich ein Brautpaar ärgern würde, unfreundlich wäre oder gar anschummeln würde, würde mir das natürlich nahegehen. Schließlich sind mir meine Paare ja nicht egal. Ähnlich ist es, wenn die Auffassungen und Geschmäcker einfach zu weit auseinander klaffen. Unprofessionell? Auch in der Dienstleistungsbranche? Ich denke nicht. Professionell zu arbeiten hat für mich vor allem damit zu tun, die Sache (also die Hochzeitsfotos) im Blick zu behalten und ehrlich zu mir selbst zu sein. Was kann ich leisten und was nicht? Für welchen Job bin ich vielleicht einfach nicht die Richtige? Es bedeutet für mich aber auch, meinen Brautpaaren auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Wünsche mit Respekt zu behandeln. Natürlich ist es da eine völlig normale Sache, mit meinem Kunden auch ganz offen über Missverständnisse zu sprechen. Am besten im vorfeld. Schließlich geht es hier ja auch um Vertrauen und diese eine Chance auf atemberaubende Bilder an Eurem Hochzeitstag.

Fotografen brauchen Verträge und ein Ladengeschäft

Die Welt ändert sich so schnell, alles rennt und es bleibt so wenig Zeit den ganzen Verwaltungskram zu machen oder gar die richtigen Dienstleister zu finden. Professionalität bedeutet für mich auf der einen Seite den einfachsten und vertretbarsten Weg für meine Brautpaare (und auch für mich) zu finden, all die Organisation und das drumherum der Hochzeit so unkompliziert wie möglich über die Bühne zu bringen, und auf der anderen Seite auch transparent nach außen zu bleiben. So nutze ich meine Social Media Kanäle (vor allem Instagram und die Stories) total gerne um einen Überblick zu geben und versuche Verträge und rechtliches online abzuwickeln. Das bedeutet nicht, dass irgendwas geschummelt wird oder dass ihr sofort in einer riesigen Öffentlichkeit steht. Aber es erleichtert Euch die Planung und gibt Euch trotzdem Sicherheit in der Planung.


 

Saja Seus - Hochzeitsfotografie | Feldstr. 77b | 61352 Bad Homburg vor der Höhe (Germany)
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