Smartphone oder Spiegelreflex?

Smartphone oder Spiegelreflex?

Oder: Warum Bildbearbeitung und Wissen sich lohnen. Er neulich habe ich mir bei der Entscheidung ein neues Mobiltelefon zu kaufen vor allem eines zur Grundlage gemacht: Wie gut und was kann die Kamera leisten? Da ich selbst im Urlaub und auf Reisen gerne mit der Kamera fotografiere, die ich eben dabei habe und mir schöne Bilder naütürlich immer wichtig sind, liegt es Nahe mir diese Frage zu stellen. Meine Antwort darauf, möchte ich hier geben.

 

Verwendungszweck

In erster Linie stellt sich mir natürlich bei der Wahl der Kamera (egal ob im Business oder Privat) immer die Frage: Was will ich oder meine Kunden mit den Bildern hinterher machen? Benötige ich A2 große druckbare Bilddateien? Oder veröffentliche ich höchstens auf einer Website? Brauche ich für mein Motiv den vollen Umfang an Farben, Licht und Details oder reicht mir grob die Stimmung, Landschaft oder die Dokumentation von etwas dazustellen?

Fotografiere ich mit dem Hintergedanken etwas gewerbliches aus einem Bild zu machen (Postkarten, Kalender, etc.) oder das Material in Stockagenturen unterzubringen, schleppe ich auch gerne mal meine zwei Arbeitstiere mit mir rum (die Nikons). Da geht es natürlich hauptsächlich um technische Hintergründe, reine Bildqualität oder Auflösung. Zum Smartphone greife ich, wenn die Bilder eher privater Natur sind oder gewerblich nur im Internet landen sollen.

Spaßfaktor

Oder: Wie viel Spaß muss ich beim Bilder machen haben? Als hauptberufliche Fotografin ist es natürlich keine Frage welche Kamera ich mit zu einer Hochzeit nehme, oder welche ich mir im Zweifel für eine Werbejob leihe. Diese Kameras müssen arbeiten können. Technisch einwandfrei funktionieren, zuverlässig sein und eben auf den Punkt 'liefern' können. Ich muss sie in und auswendig kennen und auf alles Vorbereitet sein. Das schulde ich alleine schon meinen Kunden. Hier ist mir die Flexibilität wichtig- das schnelle Einstellen können von Belichtungszeiten, Blenden, Lichtmessungspunkten, etc. um auf die jeweilige Situation sofort reagieren zu können oder eben dem Kundenwunsch entsprechend gestalten zu können.

Im Privaten, an Stellen wo nur meine eigene Erwartungshaltung steht, macht mir eine weniger komplizierte, kleine und leichte Kamera einfach viel mehr Spaß. Am besten ist da natürlich, wenn ich die Fotos im Zweifel gleich weiterverarbeiten, Teilen und zeitnah zeigen kann. Übrigens besondern großartig wenn das Telefon sogar noch sogenannte DNGs (also RAW Dateien) macht, die sich hinterher wunderbar im üblichen Workflow verarbeiten lassen. Für Landschaftsaufnahmen, Erinnerungen oder meinen Instagram-Account,werde ich in Ruhe und ohne irgendjemandem Rechenschaft abzulegen sicherlich zu meinem Smartphone greifen.

Verfügbarkeit

Zuhause liegen zwei Spiegelreflexkameras von Nikon, drei Spiegellose von meinem Mann, eine analoge Mittelformat und zwei analoge Kleinbildkameras. Ich stehe am Strand in Frankreich, der Regen ist gerade weggezogen und die Sonne kommt raus. Ein absoluter Traum! Ich möchte dieses wunderbare Schauspiel mit der ganzen Welt teilen und greife nach meiner Kamera.. Verdammt, und jetzt?

Die beste Kamera ist die, die verfügbar ist

Hier unterscheide ich zwischen aktiv und passiv entstandenen Bildern. Bewusst loszuziehen und zu Fotografieren, oder die Kamera einfach "dabei zu haben" sind unterschiedliche Ansätze. Gezielt Bilder machen zu gehen, passiert mir nur, wenn ein Job oder eine freie Arbeit dahinter steht. Oder manchmal, wenn ich den Wecker auf Reisen zu einer unmenschlichen Zeit stelle um zu bestem Licht an der jeweiligen Location sein zu können (wobei das dann ja auch nichts mehr mit Urlaub zu tun hat!). Hier ist klar: Ich fotografiere mit Plan und es steckt eine Vision dahinter. Fotografiere ich für mich, weil ich gerade zufällig etwas gesehen habe, wird's das Smartphone werden. Denn das ist immer dabei und am schnellsten bereit.

 


 

Saja Seus - Hochzeitsfotografie | Feldstr. 77b | 61352 Bad Homburg vor der Höhe (Germany)
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