Großartige Hochzeitsfotos - was kann man dafür tun?

Großartige Hochzeitsfotos - was kann man dafür tun?

Was viele von uns Hochzeitsfotografen vergessen: Ihr, als Brautpaar, heiratet das erste Mal. Vielleicht durftet Ihr schon Erfahrung sammeln, aber meistens ist das Wissen nicht allzu groß. Ähnlich fühlte ich mich vielleicht (auch wenn man es nicht zwingend vergleichen kann), als ich vor einiger Zeit das erste Mal ein Umzugsunternehmen engagierte. Ich hatte keine Ahnung, wollte aber gerne etwas vorbereiten. Auf meine Nachfrage "Was kann ich denn alles tun?" kam ein einfaches: "Na, alles soweit fertig machen, damit wir loslegen können." - Achso, ja und was ist das denn jetzt konkret? Ich stand also im Wald und der Umzugstag war furchtbar, weil ich einfach nur dastand und keine Anweisungen bekam. DAS möchte ich Euch nicht antun!

Es gibt für mich (als Hochzeitsfotografen) eigentlich nur einen wichtigen Grundsatz für großartige Hochzeitsfotos: Es soll eben NICHT um die Bilder, sondern um Euch gehen! Dennoch ist es wichtig, dass ihr wisst was auf Euch zukommt. Deshalb gibt es hier einige Hinweise und ein bisschen Hintergrundwissen.

 

 

Wie gute Bilder entstehen

Lasst mich zunächst erklären, wie großartige Hochzeitsfotos entstehen. Oder, viel mehr, wie gute, ausdrucksstarke Fotografie funktioniert. Etwas frech würde ich behaupten, dass im Durchschnitt zirka 40% Technik, Bildausschnitt, Komposition und vor allem (!) die Wahl des richtigen Lichts sind. Die restlichen 60% sind das Motiv, bzw. die Menschen, die ein Bild großartig machen.

Daher liest man auf jeder zweiten Fotografenhomepage, dass die Chemie stimmen muss. Funktioniert das Menschliche nämlich nicht, sind auch wir Fotografen hilflos und schaffen es nicht unsere Brautpaare glücklich zu machen. Und damit wären wir schon beim ersten, wichtigen Punkt für tolle Hochzeitsfotos:

Ihr müsst Vertrauen

Jeder möchte, dass die eigene Erinnerung an den Hochzeitstag gut aussieht. Das ist auch der Grund, weshalb wir tausend Selfies machen bis endlich mal ein einziges unsere Erwartungen erfüllt. - Diese Möglichkeit werdet ihr an Eurem Hochzeitstag nicht haben. Mist! Wichtig ist also, dass Ihr darauf vertraut, dass die Fotos gut werden. Und wie lernt man Vertrauen? - Man akzeptiert, dass man das Ergebnis nicht kontrollieren kann. Das klingt erstmal fies, ich weiss. Letztendlich habt ihr aber auch bei vielen anderen Dienstleistungen keine Sicherheit, was ihr im Detail bekommen werdet. Deshalb sucht Euch am Besten einen Hochzeitsfotografen, von dem Ihr glaubt er versteht Euch, Eure Wünsche und Vorstellungen und hat (in etwa) den gleichen ästhetischen Anspruch. Jemand der ähnlich ist wie Ihr, wird ähnlich handeln und Ihr werdet Euch über die gleichen Ergebnisse freuen.

Kommuniziert Eure Horror-Vorstellungen

Jeder hat Dinge, die er nicht mag. Egal ob es spezielle Perspektiven auf Bildern sind oder Verhaltensweisen von Menschen. Irgendeine Unsicherheit besteht garantiert. Manche Menschen geben diesen Gedanken mehr Raum als andere. Aber um dafür zu sorgen, dass ihr großartige Hochzeitsfotos bekommt, wünsche ich mir als Fotografin immer, dass Ihr genau von diesen Unsicherheiten erzählt (Also einmal und nicht am laufenden Band, natürlich!). So kann ich darauf achten was NICHT erwünscht ist und habe eine Chance, Euch glücklich zu machen.

Lasst Fehler zu

Shit happens. Auf jeder Hochzeit läuft irgendetwas schief. Sei es die falsche Torte, der verspätete Pfarrer oder einfach nur das Wetter, das nicht so möchte wie Ihr Euch das vorgestellt habt. Schaut darüber hinweg. Nichts kann Euren Tag und Eure Hochzeitsfotos mehr gefährden als schlechte Laune wegen Kleinigkeiten. Versucht, es positiv zu sehen. Über die Vielzahl dieser Pannen wird später gelacht und man freut sich, dass man etwas zu erzählen hat! Sowieso: Meist läuft der kleinste Teil schief, alles andere wird wunderbar klappen.

Traut Euch, zu Fragen

Ihr heiratet das erste Mal. Vielleicht das zweite Mal, aber so viele Hochzeiten wie Eure Dienstleister könnt Ihr nicht erlebt haben. Nutzt dieses Wissen aus. FRAGT! Egal wie albern oder unnötig es Euch vorkommen mag, ich bin immer sehr froh und sehe es als Wertschätzung, wenn meine Brautpaare mich Dinge zum Ablauf oder zur Organisation fragen. Ich kann nicht alles wissen, aber kann Euch Einschätzungen geben über Ablaufpläne und Erfahrungswerte. Das muss nicht immer eine Dienstleisterempfehlung sein, sondern vielleicht einfach die Frage: "Wann ist ein guter Zeitpunkt für das Servieren der Hochzeitstorte?"

Sorgt für ein paar Kleinigkeiten

Seid nett. Auch im Vorfeld ohne Buchung. Wir Fotografen wollen eigentlich meist nur eines: Schöne Bilder machen. Wir wollen Euch nicht finanziell ausbeuten oder Euch auch nicht über den Tisch ziehen. Wir wollen Euch nicht ärgern. Wir haben einfach eine Vorliebe für großartige Hochzeitsfotografie und viele wirken vor Leidenschaft manchmal etwas durcheinander (ich spreche übrigens von mir). Verzichtet also auf Feilscherei oder Druck. Die Erfahrung hat gezeigt, dass wir (freiwillig) immer viel mehr für Brautpaare tun, die nett zu uns sind. Einfach, weil wir auch nett sein wollen und unseren Beruf lieben.

Spart nicht am Licht und Ambiente. Ihr müsst nicht gleich Millionen in einen Dekorationsdienstleister investieren, aber Ambiente, Dekoration und vor allem nicht am Licht macht auch für die Stimmung auf der Hochzeit viel aus. Die Location selbst ist gar nicht so wichtig. Zu schwaches Party- und Umgebungslicht kann die Bilder aber schnell fahl aussehen lassen.

Füttert den Fotografen. Manchmal passiert es, dass Dienstleister zum Abendessen vergessen werden. Oder wir werden an die Bar des Hauses gesetzt - zwei Stockwerke entfernt von der Hochzeitsgesellschaft. Das Essen wird außerdem zuverlässig dann serviert, wenn der Rest bereits mit Essen fertig ist. Ein Graus! Das unkomplizierteste ist einen Teller mit einfachem Essen, dass ich mir irgendwo in Raumnähe abstellen kann. Pünktlich zur Vorspeise oder dem Hauptgang. So habe ich im Zweifel alles im Blick und verpasse nichts wichtiges und kann tatsächlich in dem Moment kurz Pause machen, in dem in der Regel auch nichts spannendes passiert. Denn niemand möchte essende Gäste auf den Bildern haben, oder im Zweifel eine verpasste Rede von Papa, oder?

Genießt Euren Tag und lasst Euch nicht reinreden!

Und zu guter Letzt: Egal was kommt, genießt Euren Tag. Wie das geht? Macht Euch keine Gedanken und schaltet Euren Kopf aus. Seid ihr selbst ohne Euch zu schämen. Fühlen, nicht denken! Und all das aufsaugen was an Emotionen um Euch herum passiert. Macht Euch nichts aus vermeintlichen Regeln. Ihr richtet das Fest aus, Ihr bestimmt was passiert! Und es wird viel zu schnell vorbei sein. Das Schöne daran: Mit etwas Glück und der richtigen Vorbereitung werdet ihr großartige Bilder davon bekommen, und die halten ein Leben lang!

Saja Seus - Hochzeitsfotografie | Feldstr. 77b | 61352 Bad Homburg vor der Höhe (Germany)
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